Bauartprüfung
         


Probleme

maximale Verstärkung für die Messung des OSPL90

Die Einstellung zur Messung des OSPL90 (Ausgangsschalldruck bei einem Eingangsschalldruck von 90dB) verlangt eine Einstellung des Gerätes bei maximaler Verstärkung. Das Übertragungsverhalten des Gerätes soll bei dieser Messung linear sein, d.h. AGC-Schaltungen und sonstige Begrenzungen sollen unwirksam sein.

Bei nichtlinearen Hörgeräten ist diese Anforderung häufig nicht mehr zu erfüllen. Daher werden hier die Begrenzungssysteme auf minimale Funktion eingestellt.

Auch für die Einstellung von Klangblenden ist bei programmierbaren Hörgeräten keine eindeutige Regelung mehr möglich. Hier kann nur die vom Hersteller vorgeschriebene Einstellung gewählt werden.Diese Einstellung sollte bei der Bauartprüfung durch einen Bildschirmausdruck zur Bauartprüfung mitgegeben werden.

Einige Hörgeräte verfügen über eine Testeinstellung (FOG, full on gain), in der alle Parameter in eine definierte Einstellung gebracht werden. Diese Einstellung sichert meistens eine gute Vergleichbarkeit der Daten.

Die Messung der OSPL90 Kurve bei Geräten, bei denen die Regelsysteme nicht vollständig ausgeschaltet werden können (z.B. bei HLC-Schaltungen, die schon sinnvollerweise bei 90dB wirksam sind), wird durch das Messsingnal, den durchlaufenden Sinus, erheblich beeinflusst. Die Durchlaufgeschwindigkeit beeinflusst hier auch die Wiedergabekurve. Rückkopplungsunterdrückungssysteme haben ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Messung.

Daher sollten bei diesen Geräten ein Bildschirmausdruck der gewählten Einstellung mitgegeben werden und die Durchlaufgeschwindigkeit der Frequenz angegeben werden.

 

normale akustische Wiedergabekurve

Bei programmierbaren Hörgeräten sind die Anforderungen der DIN EN 60 118 für die normale akustische Wiedergabe häufig nicht zu erfüllen, da die Einstellung der Bezugsprüfeinstellung nicht in die Verstärkungsschritte der Programmierung fällt. In diesem Fall sollte die gewählte Einstellung durch einen Bildschirmausdruck dokumentiert werden.

NOAH - Module und Programmierbarkeit

Zur Bauartprüfung neuer Geräte werden häufig neue NOAH - Module oder firmenspezifische Programme verwendet, die nicht mit der Software zusammenarbeiten. Die Folgen sind Programmabstürze, die nicht unerhebliche Auswirkungen auf den Ablauf der Bauartprüfung haben. Es ist daher sinnvoll, bei bestimmten Systemanforderungen, die Voraussetzungen für das jeweilige Programm mitzuteilen und vor Problemen mit anderen Programmen zu warnen.

Messdaten des Mustergerätes

Die Messdaten des Mustergerätes sollen einen klaren Bezug zu den Daten des Datenkataloges haben. Die Abweichungen des Mustergerätes zum Datenkatalog

dürfen nicht größer als die zulässigen Toleranzen des Mustergerätes

sein. Vor der Einreichung sollte diese Bedingung unbedingt überprüft werden.

Die Kurven des Mustergerätes sollten mindest die Größe DIN A 6 haben. Die Ungenauigkeiten zu kleiner Formate der Wiedergabekurven gehen immer zu Lasten des Antragstellers. Die Strichstärke der Wiedergabekurven sollte immer dünn und prägnant sein. Die Hoffnung, dass milimeterdicke Kurven die Messtoleranz erweitern, ist irrig. Das Gegenteil ist der Fall, da diese Kurven optisch visuell gemittelt werden, entstehen zusätzliche Unsicherheiten.

Bei digitalen und digital programmierbaren Geräten sollte die Einstellung des Gerätes möglichst mit einem Bildschirmausdruck dokumentiert werden. Auch die Einstellung der AGC-Parameter, bei Geräten mit nicht vollständig ausschaltbaren Regelsystemen, ist von Bedeutung, da die Frequenzänderungsgeschwindigkeit des Durchlaufes mit den Regelzeiten des AGC-Systems korreliert und zu Messabweichungen führen kann.

 

Datenkatalog

Die Messkurven im Datenkatalog sollten klar erkenntlich sein. Die Strichdicke sollte 0.8mm nicht überschreiten. Die Annahme, dass bis zu 5mm dicke Kurven den Toleranzbereich erweitern ist irrig. Wir scannen diese Kurven bei der Digitalisierung ein. Hierbei wird bei dicken Kurven ein "optisch visuelles" Mittel gewählt. Abweichungen von den uns unbekannten tatsächlichen Kurvendaten gehen immer zu Lasten des Antragsstellers. Es ist daher vorteilhaft, möglichst dünne und prägnannte Kurven zu liefern. Für die Digitalisierung wird ein Präzisionspositionsaufnehmer mit integrierter Lupe der Firma Aristo verwendet, so dass die Auflösung deutlich unter 0.05 mm liegt.

 

Zubehör

Programmierkabel, Programme und Messadapter sollten mit dem zu prüfenden Gerät mitgeliefert werden. Wird dies nicht getan, so sollte unbedingt ein Verweis auf die benötigten Zubehörteile erfolgen. In diesem Verweis sollten die Liefer- und Versionsangaben mitgeteilt werden. Fehlen Zubehör und Hinweise auf für die Prüfung notwendiges Zubehör, führt dies zu Verzögerungen bei der Prüfung.

 

Verpackung

Hörgeräte sind empfindliche Geräte, der Postweg dagegen rauh und schonungslos. Daher sollten die zur Bauartprüfung eingesandten Geräte einzeln in geeigneter und stabiler Verpackung an uns gesandt werden. Es ist nicht ausreichend mehrere Geräte gemeinsam in eine Plastiktüte zu legen und diese in einem simplen Briefumschlag an uns zu senden. Die Antragsunterlagen stellen keinen ausreichenden Schutz gegen Beschädigung dar. Beschädigungen des Gerätes führen nur zu längeren Bearbeitungszeiten und zusätzlichen Kosten.