HMV PG13
          


Beschreibung der Produktart

Weitere Hinweise zu den Anforderungen an Hörgeräte finden sich in den Qualitätsstandards. Dort sind die medizinischen und allgemeinen technischen Anforderungen beschrieben.

Untergruppe 3 : Mehrkanalige Hdo und Ido



 

   Nr  geforderte Eigenschaft  Anmerkung
 

 1
 Mehrkanal- Verstärkertechnik  es wird nur einkanalige
Signalverarbeitung ver-
langt.
 

 2
 Analog- oder Digitaltechnik  Die Signalverarbeitung kann
sowohl analog als auch
digital erfolgen
 

 3
 spannungsstabile Schaltung  die akustischen Parameter
sollen in weiten Bereichen
unabhängig von der Batterie-
spannung sein.
 

 4
 frontale Schallaufnahme durch
Kugel- oder Richtmikrofon
 Das Mikrofon muss frontal
angeordnet sein. Es kann
unterschiedliches gradielles
Verhalten aufweisen.
 

 5
 Lautstärkereglung  Es muss eine Lautstärken-
einstellung vorhanden sein.
Diese Lautstärken- Einstellung
kann manuell oder über eine
automatische Verstärkungs-
regelung erfolgen.
 

 6
 Ton- (Klangblende), soweit
vom Hersteller begründet
überflüssig
 Der Frequenzgang muss
individuell durch ein Stell-
element veränderbar sein.
 

 7
 PC, soweit nicht konstruk-
tionsbedingt überflüssig
 Der maximale Ausgangs-
schalldruck muss durch ein
Stellelement individuell be-
grenzbar sein.
 

 8
 max. Betriebsspannung 3V  Höhere Betriebsspannungen
als 3V sind nicht zulässig
 

 9
 max. Ausgangspegel < 145dB  Der max. Ausgangspegel
darf 145dB nur in begründeten
Ausnahmen überschritten
werden.
   10  verwendbare Energiequellen:
Akkuzellen,
Quecksilber- Oxyd- oder
Zink- Luft- Batterien
 Das Gerät muss mit diesen
drei Energiequellen die an-
gegebenen akustischen Eigen-
schaften erbringen.
 

 11
 Bauart Prüfnummer  Es muss eine Bauartprüfung
gemäß der Bedingungen für
die Bauartprüfung von Hör-
geräten der PTB von der PTB
oder einem akkreditierten
Prüflabor vorliegen.
 

 12
 fest versiegelte Schale
bei Ido Geräten
 Ido Geräte müssen über einen
ausreichenden Schutz gegen
Transpiration und Cerumen
verfügen.

 



Kommentare :

 

Mehrkanal Verstärkertechnik

Durch die mehrkanalige Signalverarbeitung ist es möglich, die Restdynamik des Hörgeschädigten frequenzabhängig, auch unter Berücksichtigung unterschiedlicher Hörsituationen, einzustellen. Die Geräte diese Untergruppe müssen frequenzabhängig getrennt voneinander einstellbare Verstärkungssysteme sowie mindestens eine AGC aufweisen.

Sie auch : technischer Bericht zu Mehrkanalgeräten

 

Analog- oder Digitaltechnik

Es muss hier eindeutig unterschieden werden zwischen
              analoger Signalverarbeitung
               digitaler Signalverarbeitung
und
              mechanischer (analoger) Einstellung der Funktionselemente
             digitaler Steuerung des analogen Signalweges

Siehe auch : technischer Bericht : Analoge und digitale Hörgeräte

 

spannungsstabile Schaltung

Für diese Schaltung, so sie denn vorhanden ist gibt es in der PG13 keine Qualitätsanforderungen. Aufgrund der steilen Verständnisfunktion der Sprache im Sprachaudiogramm ist es jedoch notwendig, dass die Veränderungen von Ausgangsschalldruck und Verstärkung über den Betriebsbereich der Energiequelle des Hörgerätes möglichst gering ist

Siehe auch : technischer Bericht : Spannungsstabilität von Hörgeräten

 

Lautstärkeregelung

Eine Lautstärkenreglung muss gerade bei Geräten der Untergruppe 1 vorhanden sein, da es sich hier um rein lineare Hörgeräte handelt. Da bei dem Hörgeschädigten in jedem Fall eine eingeschränkte Dynamik vorhanden ist und es sich nahezu nur um sensorineurale Schwerhörigkeiten, insbesondere die Presbyakusis, handelt, muss eine Einstellung der Verstärkung vorhanden sein. Bei Geräten der Untergruppe 1 ist grundsätzlich keine automatische Lautstärkenreglung vorhanden, so dass diese Geräte immer ein Poti haben müssen.

Siehe auch : Qualitätsstandards Unterguppe 3

 

Ton- (Klangblende), soweit vom Hersteller begründet überflüssig

Es kann bei mehrkanaligen Geräten grundsätzlich ein Hoch- oder Tiefpass n.ter Ordnung vorhanden sein, der vom Akustiker einstellbar den Frequenzgang an den individuellen Hörverlust angleichen lässt. Bei mehrkanaligen Geräten kann der Frequenzgang allerdings auch durch die Veränderung der Grundverstärkung in den einzelnen Kanälen variiert werden. Es muss aber eine Einstellmöglichkeit vorhanden sein, die im Rahmen der Nachversorgung den Frequenzgang des Hörgerätes verändern lässt.
Die Forderung der Veränderbarkeit des Frequenzganges zur qualifizierten Nachsorge durch den Hörgeräteakustiker schließt Dämpfungselemente und Spezialwinkel als alleinige Methode der Frequenzanpassung aus. Als zusätzliche Mittel der Hörgeräteanpassung sind diese mechanischen Mittel der Beeinflussung der akustischen Kenndaten jedoch unverzichtbar.

 

PC, soweit nicht konstruktionsbedingt überflüssig

Der maximale Ausgangsschalldruckpegel des Hörgerätes muss einstellbar sein um das Restgehör vor weiteren Schädigungen zu schützen. Es muss also eine Einstellmöglichkeit vorhanden sein, die auch im Wege der Nachversorgung den max. Ausgangsschalldruck verändern lässt.
Die Forderung nach einer individuell einstellbaren Ausgangsschalldruckbegrenzung zur qualifizierten Nachsorge durch den Hörgeräteakustiker schließt mechanische Dämpfungsmittel und Spezialwinkel für Hdos aus. Als zusätzliche Mittel der Hörgeräteanpassung sind diese mechanischen Mittel der Beeinflussung der akustischen Kenndaten jedoch unverzichtbar.

 

Automatische Verstärkungsregelung

Diese Geräte müssen eine AGC enthalten. Es ist dabei unerheblich, ob es sich um eine AGCi oder AGCo handelt. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass in den Qualitätsstandards der Untergruppe 2 in den medizinischen Anforderungen ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass mit dieser AGC die Dynamik des Eingangssignales eingeschränkt werden soll. Diese AGC soll also in der Lage sein, eine zu steile Lautheitsfunktion der normalen Lautheitsfunktion anzugleichen. Es soll also nicht, wie mit einer klassischen AGCo mit unendlichem Kompressionsverhältnis, der Ausgangsschalldruck begrenzt werden, sondern der pathologisch bedingte Dynamikverlust ausgeglichen werden. Dieses Ziel wird in der Regel mit einer AGCi mit endlichem Kompressionsverhältnis erreicht. Es ist aber auch möglich, hier eine AGCo mit endlichem dynamischen Kompressionsverhältnis einzusetzen.
Die individuelle Einstellung der AGC kann durch die Veränderung von Grundverstärkung, Regelschwellenpegel ("TK"), Kompressionsverhältnis oder Zeitkonstanten erfolgen.

Siehe auch : technischer Bericht: Automatische Verstärkungsregelung

 

Bauart Prüfnummer

Die Bauartprüfung sichert eine gleichmäßige akustische Qualität der Hörgeräte. Grundlage dieser Qualitätssicherung sind die Bestimmungen zur Bauartprüfung von Hörgeräten der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB).
Das DHI ist ein akkreditiertes Prüflabor, das zur Durchführung diese Bauartprüfung berechtigt ist.

Siehe auch : Bauartprüfung

 



Fazit

Geräte der Untergruppe 3 benötigen mindest :

1 Poti oder ein Funktionselement zur Einstellung der Grundverstärkung
   Die Grundverstärkung kann bei entsprechender Dimensionierung und Variation
   durch das Funktionselement für die AGC - Parameter erfolgen und
   wirkt dann als automatische Verstärkungsregelung.
1 einstellbares Funktionselement für die Veränderung des Frequenzganges
1 einstellbares Funktionselement zur Veränderung des maximalen Ausgangsschalldruckes
1 einstellbares Funktionselement zur Einstellung eines AGC - Parameters

Weitere wichtige Hinweise :

Qualitätsstandards der Untergruppe 3

 



Originaltext HMV PG13 UG1