Anmerkung 1 zur Standardschale : Restvolumen




Zwischen dem Abschluss und der Standardschale und der Referenzebene ist ein geringes Resvolumen vorhanden :

 

Dieses geringe Restvolumen ist mit voller Absicht eingeplant. Bei den meisten IDO ist der Höreraustritt nicht absolut plan abgeschnitten, sondern es ragt der Hörerschlauch oder ein Cerumendefenser aus dem Zapfen heraus.

Duch diese Cerumendefenser und Anordnungen des Schallschlauches ist ohnehin kein definierter Anschluss gemäß der DIN EN 711 Abb 4 gegeben. Hier wird die nachstehende Ankopplung für individuelle Hörgeräte vorgeschrieben :

Das Zapfenende mit dem Hörerschallschlauchaustritt soll durch eine Moosgummischeibe bündig abgeschlossen auf die Referenzebene gesetzt werden. Dieser Anschluss ist eigentlich immer undefiniert. Nur für den nach heutigem technischen Standard unüblichen Fall, dass der Hörerschlauch plan abgeschnitten wird, lässt sich dieser Standard anwenden. Aber selbst in diesem Fall kann nicht kontrolliert werden, ob das Mossgummi den Zapfen sicher umgibt. Bei dieser Anordnung ist aber der Hörerschlauch gegenüber dem Cerumen ungeschützt. Zwischen Hörerschlauch und Schale kann es zu Cerumenablagerungen kommen. Durch diese Kopplung von Hörerschlauch und Schale kann es zu mechanischen Rückkopplungen kommen. Aus diesem Grunde wird der Schallschlauch um 1 bis 2mm aus der Schale herausgeführt. Dadurch ist auch die Möglichkeit einer einfachen Reinigung gegeben. Inzwischen haben sich aber Cerumendefenser als Standard herausgebildet. Diese Cerumendefenser sind nicht nur ein wirksamer Schutz gegen Verschmutzung des Höreraustritts, sondern erfüllen bei einigen Herstellern auch akustische Funktionen. Durch diese Anordnungen ist daher eine normgerechte Messung der Custom IDO nicht mehr möglich. Es muss auch bedacht werden, dass diese Cerumendefenser und verlängerten Austrittsschläuche ein fester Bestandteil moderner Costom Made IDO sind. Daher muss auch deren akustischer Einfluss bei der Bauartprüfung berücksichtigt werden.

Aus diesem Grunde wird der IO Aufsatz der Fa B&K verwendet und mittels einer Klebemasse ein dichter Anschluss hergestellt. Auch hier bedarf es eines erheblichen Geschickes einen einigermaßen der Norm entsprechenden Anschluss zu gewährleisten. Da bei diesem Aufsatz auch ein relativ grosses Loch für die Platzierung unterschiedlicher Zapfengrößen vorgesehen ist, ist ein zentraler Anschluss Glückssache. Bei den meisten Cerumendefensern ist ein solcher Anschluss unmöglich da die Referenzebene nicht sicherer erreicht wird. Die Unsicherheiten, die die Reproduktionsgenauigkeit der Messung beeinflussen, sind somit groß. Bei der Standardschale ist der Anschluss des IDOs durch den kleinen, aber streng definierten, Hohlraum kein Problem. Der große Vorteil ist es dabei, dass der Anschluss immer definiert erfolgt und Fehler durch mangelndes handwerkliches Geschick ausgeschlossen sind. Durch den Konus des Aussenohrsimulators ist der Sitz des Gerätes beliebig genau. Die Toleranz der Einsetztiefe liegt deutlich unter 0.05mm. Damit werden die möglichen akustischen Abweichungen geriner als 0.01dB betragen. Die Reproduktionsgenauigkeiten bei der Messung nach dieser mit dem VHI vereinbarten Methode liegen deutlich unter 0.1dB. (Umfangreiche Messreihen über die Reproduktionsgenauigkeiten von HDO und IDO Messungen werden im DHI vorbereitet.)

Die Abweichungen zwischen beiden unterschiedlichen Anschlussarten (Standardschale - IEC 711 Abb 4) betragen :

Bei dieser etwas unerkenntlichen Abbildung beträgt die Skalierung der Abszisse +1, 0 , -1dB der Frequenzbereich geht von 100Hz bis 10kHz. Die Abweichungen bei 100Hz entsprechen annähernd der Absenkung durch die Volumendifferenz. Diese Abweichungen waren bei mehreren unterschiedlichen IDO nahezu identisch. Eine korrekte Messreihe werde ich noch anfertigen.

 

Fazit :

Mögliche Abweichungen zum Anschluss nach IEC 711 Abb 4 sind immer gleich.

Die Reproduktionsgenauigkeiten liegen deutlich unter dem Anschluss gemäß IEC 711 Abb 4

Es können auch Geräte mit Cerumendefensern und verlängertem Hörerschlauch
           definiert gemessen werden, dies ist gemäß IEC 711 Abb 4 unmöglich.