Vortrag: Die Hörgeräte Norm
DIN EN 60118-7:2005


 

Zunächst die Definitionen der in dieser Norm verwendeten Begriffe.

Der Schalldruckpegel bezieht sich natürlich auf den Bezugsschalldruck von 20 uPascal und wird in Dezibel (dB) angegeben. Die Formeln sind in der Vollständigkeit noch einmal aufgeführt. Die in der Hörakustik üblichen Schalldrücke und dazugehörigen Schalldruckpegel sind auf der rechten Seite angegeben.

Der wichtigste neue Begriff ist der HFA (high frequency average). Der Begriff "Hochfrequenz" ist nicht allzu wörtlich zu nehmen. Er wurde schon in der ANSI S 3.22(2003) verwendet um sich von den Vorgängermittelwerten abzusetzen. Bei etlichen Vorgängernormen wurden ja die Mittelungsfrequenzen 500Hz, 1000Hz und 2000Hz verwendet. Diese Mittelungsfrequenzen sind aber nicht sehr sinnvoll für die Bewertung von Hörgeräten, da hier die wesentlichen Bereiche der Beiträge zur Sprachverständlichkeit nicht berücksichtigt werden. Gemäß der ANSI S3.5 liegen die wesentlichen Bereiche der Beiträge zur Sprachverständlichkeit (SII : speech intelligibility index) zwischen 1000Hz und 3000Hz, dies umfasst den Frequenzbereich der Formanten 2, 3 und 4. Aus diesem Grunde wurden die Mittelwerte bei 1000Hz, 1600Hz und 2500Hz gewählt.

Der Messbereich dieser Norm ist 200Hz bis 5000Hz. Die untere Frequenz von 200Hz wurde gewählt, da tiefere Frequenzen zu hohe Messunsicherheiten haben (Kapillare des Kupplers) und höhere Messfrequenzen aufgrund des Höhenstaus am 1" Durchmesser des 2ccm Kupplers nicht mehr sinnvoll sind.

Die Toleranzen der Messungen sind so bemessen, dass die Berechnung des HFA-Wertes recht einfach ist. Es sollten grundsätzlich nur die ganzen dBs für die Berechnung herangezogen werden. Somit kann der HFA-Wert problemlos im Kopf berechnet werden. Die zugelassenen Messunsicherheiten sind so bemessen, dass es bei der Verwendung ganzer dBs nicht zu Grenzwertüberschreitungen kommt, auch die Mittelwertbildung dreier Werte sichert eine ausreichende Genauigkeit.

Der Begriff "Spezial-Hörgerät" war notwendig, um z.B. Hochtongeräte sinnvoll durchmessen zu können. Spezial-Hörgeräte werden aber im Zeitalter digitaler Hörgeräte eine seltene Ausnahme sein. Durch die hohe Variation der akustischen Parameter können Hörgeräte mit beliebigen Frequenzverläufen programmiert werden.Die Tieftonanpassungen sind schon seit 20 Jahren als audiologischer Unsinn erkannt. Als Spezial-Hörgeräät bleiben praktisch nur Hochtongeräte mit speziellen Hochtonmikrofonen mit Ski- oder Stepped-Response- Charakteristiken.

Dies ist ein Beispiel für ein solches Spezial-Hörgerät. Es ist ein Hochtongerät mit dem Maximum der Verstärkung bei 4.5kHz.

Die Frequenzen für die Mittelwertbildung sollen immer jeweils zwei Terzen auseinanderliegen. Diese Forderung klingt zuerst etwas sperrig, ist aber in der Praxis ganz einfach, wie es das untenstehende Bild zeigt. Schon die Standard HFA-Bezugsfrequenzen 1000Hz, 1600Hz und 2500Hz liegen um jeweils zwei Terzen auseinander. Bei Hochtongeräten kommt dann nur die Frequenz von 4000Hz in Betracht, da in höheren Frequenzbereichen ohnehin nur noch minimale Beiträge zur Sprachverständlichkeit liegen.

Da in der Praxis eigentlich nur Hochtongeräte als Spezial-Hörgeräte sinnvoll sind, braucht man sich also nur die 4000Hz zu merken.

In diesem Diagramm sind einmal alle Terzen eingetragen. Es ist deutlich dass 1000Hz, 1600Hz, 2500Hz und 4000Hz jeweils um zwei Terzen auseinanderliegen. Demzufolge ist es die Regel, dass für den SPA die Frequenzen 1600Hz, 2500Hz und 4000Hz gewählt werden müssen.