Vortrag: Die Hörgeräte Norm
DIN EN 60118-7:2005
Neben der FOG ist die RTS die zweite wichtige Einstellung für die Qualitätskontrolle an Hörgeräten. Diese RTS Einstellung löst die normale akustische Wiedergabe in der Bezugsprüfeinstellung ab. Im Gegensatz zu der doch etwas sperrigen Einstellung gemäß der alten Norm sowie der DIN EN 60118-0 ist diese Einstellung problemlos. Diese neue Bezugs-Prüfeinstellung liegt immer um 17dB unter dem OSPL90 bei 1600Hz. Die 7dB Regel gilt nicht mehr. Also wieder einfach, klar und unkompliziert.
Für die Einstellung der Funktionselemente gilt:
Vom Hersteller sind die für die Prüfung anzuwendenden Einstellwerte für maximale Verstärkung (FOG-Einstellung) durch das Bereitstellen von Prüfeinstellwerten, eines Parametersatzes für programmierbare Hörgeräte oder durch den Bezug auf die Einstellwerte physisch vohandener Steller und Vorschriften zur Realisierung der Bezugs-Prüfeinstellung (RTS) festzulegen.
Das Hörgerät ist so einzustellen, dass der breitmöglichste Frequenzübertragungsbereich, der höchstmögliche HFA-OSPL90, und falls möglich der größte HFA-FOG erzielt werden.Wenn möglich, ist die AGC-Funktion von AGC-Hörgeräten so einzustellen, dass sie minimale Wirkung hat.
Diese Anweisung hat in der Praxis allerdings nur eine theoretische Bedeutung. Heute haben fast alle digitalen Hörgeräte einen technischen Testmodus. Bei diesem technischen Testmodus wird per mouseclick der Testmodus eingestellt, die Messung durchgeführt. Nach dem Verlassen des Testmodus wird wieder die Kundeneinstellung zurückprogrammiert. Einfacher und sicherer geht es nicht.
In der Praxis ist die Einstellung ganz einfach: f=1600Hz und Le=90dB einstellen, dann Le=60 und Poti soweit verringern bis OSPL90 - 17dB erreicht ist. Dies funktioniert eigentlich immer. Sicherheitshalber kann mann sich ja den HFA-OSPL90 merken und den verringerten HFA bei Le=60dB kontrollieren.
Wir werden gleich sehen, dass es noch einfacher geht, jedenfalls bei den meisten digitalen Hörgeräten.
Die RTG ist die HFA-Verstärkung für einen Eingangs-SPL von 60dB in der Bezugs-Prüfeinstellung (RTS).
Nahezu alle Hersteller verwenden heute technische Testeinstellungen zum einfachen Messen der akustischen Kenndaten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Kundeneinstellung wird nicht verändert, durch einenen Mouseclick ist man im technischen Modus, wählt FOG oder RTS/RTG aus und schon kann das Gerät überprüft werden. Ein weiterer Klick und schon ist die Kundeneinstellung zurückprogrammiert.
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese technische Testeinstellung niemals am Kundenohr programmiert wird. Diese Testeinstellung ist eine lineare Einstellung, bei der alle Regel- und Begrenzungssysteme ausgeschaltet werden. Demzufolge kann immer der Sättigungsschaldruck des Hörgerätes erreicht werden. Damit kann das Gerät für den Kunden hoffnungslos zu laut werden!!!
Hier eine Besonderheit, es gibt einen Modus für die InSitu-Messungen. Beim Anwählen dieses Modus bleiben die AGC Parameter erhlten, so dass die InSitu-Messungen in der Kundeneinstellung ohne die Sprachverarbeitung und Rückkopplungsunterdrückung gemessen werden können.
Hier eine vorbildliche Einstellung der technischen Testmodi. Es können FOG, RTS/RTG sowie weitere Einstellungen angewählt werden, die dazugehörigen akustischen Kurven werden mit den richtigen Eingangspegeln angezeigt (FOG > Le=50dB, RTG > Le=60dB)
Die FOG ist, wie oben erwähnt, die sicherste Messung und dient hauptsächlich der Überprüfung des Höhrers.
Die RTS/RTG dient wesentlich dazu, das Mikrofon zu überprüfen.
Die technischen Testeinstellungen FOG und RTS/RTG dienen ausschließlich der Qualitätskontrolle. Einmal natürlich bei der Fertigung des Gerätes, dann aber hauptsächlich zur Kontrolle während der Lebensdauer des Gerätes. Routinekontrollen können somit einfach, sicher und genau durchgeführt werden.