AGC : Definitionen
Regelschwellenpegel Lrsi, Lrso (TK, s.u.)
Einsatzpunkt EP (TK, s.u.)
Kompressionsverhältnis Cv
Kompressionsfaktor Cf
Einschwingzeit ta
Ausschwingzeit tr
statische/dynamische Cvs / Cvd
Dynamikkennlinie
Hinweis : Mein Formeleditor spinnt, die Formeln werden ersetzt. D soll gross Delta heissen!
Der Regelschwellenpegel ist der Ein- oder Ausgangspegel, bei dem die Verstärkungsverringerung durch die AGC- Schaltung einsetzt. Die zuständige Norm DIN IEC 60 118-2 schreibt ein Formelzeichen nicht vor. Eingebürgert hat sich das Formelzeichen
AGCo
Bei der AGCo (output) ist der Regelschwellenpegel durch den Ausgangsschalldruck bestimmt. Die zuständige Norm DIN IEC 60 118-2 schreibt ein Formelzeichen nicht vor. Eingebürgert hat sich das Formelzeichen
Die Verringerung der Verstärkung setzt beim Überschreiten des Regelschwellenpegels Lrso, der konstant zum La verläuft, ein. Die Verringerung der Verstärkung erfolgt mit dem Kompressionsverhältnis Cv, dem zu Folge ist die Veränderung des La oberhalb des Lrso
Geht der Cv gegen unendlich, so ist das DLa/DLe = 0. Somit findet hier, auch bei einer Veränderung der Verstärkung unterhalb des Regelschwellenpegels, eine Begrenzung des Ausgangsschalldruckes statt. Ist das Kompressionverhältnis hingegen endlich, so findet eine Dynamikbegrenzung statt, der Sättigungsschalldruck wird grundsätzlich erreicht.
AGCi
Bei der AGCi ist der Regelschwellenpegel durch den Eingangsschalldruck bestimmt. Die zuständige Norm DIN IEC 60 118-2 schreibt ein Formelzeichen nicht vor. Eingebürgert hat sich das Formelzeichen
Die Verringerung der Verstärkung setzt beim Überschreiten des Lrsi, der konstant zum Le verläuft, ein. Die Verringerung der Verstärkung erfolgt mit dem Kompressionsverhältnis Cv, dem zu Folge ist die Veränderung des La oberhalb des Lrsi
Wird die Verstärkung unterhalb des Regelschwellenpegels verändert, so wird der Ausgangschaldruck oberhalb des Regelschwellenpegels im gleichen Maße verändert.
Somit kann mit einer AGCi niemals der Sättigungspegel (max. Ausgangsschalldruck) begrenzt werden.Die Regelschwelle ist die Summe aller Einsatzpunkte, sie wird auch als Treshold Knee (TK) bezeichnet. Diese Bezeichnung entspricht nicht der DIN IEC 60 118-2, auch nicht der IEC 118-2. Auch ist dieser Begriff insofern verwirrend, als mit dieser Bezeichnung teilweise der Einsatzpunkt beschrieben wird. Auch ist bei diesem Begriff nicht erkenntlich, ob es sich um eine AGCi oder AGCo handelt.
Selbst wenn dieser Begriff weit verbreitet ist, sollte er vermieden werden. Dieser Begriff ist unscharf und irreführend.
Der Einsatzpunkt der AGC ist gemäß der DIN IEC 118-2 der Punkt, bei dem die Dynamikkennlinie beim Überschreiten der Regelschwelle um 2dB von dem linearen Verlauf abweicht.
EP1 > Le1, La1
EP1 > Le1, V1
EP2 > Le1, La2
EP2 > Le1, V2Der Einsatzpunkt der AGC wird, wie jeder Punkt in einem Koordinatensystem, immer durch ein Wertepaar beschrieben. Dies kann durch die dazugehörigen Ein- und Ausgangspegel oder durch die Ein- oder Ausgangspegel und die Verstärkungen erfolgen. Durch die Lage der Einsatzpunkte bei verschiedenen Verstärkungen können AGCo und AGCi unterschieden werden.
Der Einsatzpunkt kann daher niemals durch einen einzelnen Wert beschrieben werden !
Das Kompressionsverhältnis ist gemäß der DIN IEC 118-2 der Cotangens der Steigung der Dynamikkennlinie oberhalb des Regelschwellenpegels.
Cv = DLe/DLa Bei Hörgeräten muss der Cv aus audiologischen Erfordernissen grundsätzlich gleich oder grösser 1 sein.
Unter dem Kompressionsfaktor wird allgemein der Tangens der Steigung der Dynamikkennlinie oberhalb des Regelschwellenpegels verstanden.
Cf = DLa/DLe Da dieser Begriff nicht normiert ist und keine Vorteile gegenüber der Definition des Cv bringt, sollte er nicht verwendet werden.
Die Einschwingzeit der AGC ist die Zeit, bis sich der Ausgangsschalldruck bis auf 2dB an den eingeschwungenen Zustand nach einem Pegelsprung des Eingangsschalldruckes angenähert hat.
Die DIN IEC 118-2 nennt zwei Pegelsprünge des Eingangsschalldruckes :
55 - 80 dB für normale Sprachpegel
60 - 100 dB für größe PegelsprüngeEinschwingzeit : ta (attack time)
ACHTUNG : Die DIN EN 60118-7:2005 schreibt andere Messbedingungen vor !
Die Einschwingzeit der AGC ist die Zeit, bis sich der Ausgangsschalldruck bis auf 2dB an den eingeschwungenen Zustand nach einem Pegelsprung des Eingangsschalldruckes angenähert hat.
Die DIN IEC 118-2 nennt zwei Pegelsprünge des Eingangsschalldruckes :
55 - 80 dB für normale Sprachpegel
60 - 100 dB für größe PegelsprüngeAusschwingzeit : tr (release time)
ACHTUNG : Die DIN EN 60118-7:2005 schreibt andere Messbedingungen vor !
Statisches und dynamisches Kompressionsverhältnis
Bei allen normgemäßen Messungen des Kompressionsverhältnisses wird das statische Kompressionsverhältnis gemessen. Die Werte der Dynamikkennlinie werden aufgenommen, wenn nach der Einstellung des Eingangsschalldruckes keine Veränderung des Ausgangsschalldruckes erfolgt. Die Änderungsgeschwindigkeit des Eingangsschalldruckes muss daher gross gegenüber der Ein- oder Ausschwingzeit des Hörgerätes sein. Normative Bedingungen für diese Vorgänge gibt es nicht.
Siehe auch Anmerkungen zum Vortrag "ein praxisbezogenes Messverfahren für nichtlineare Hörgeräte"
Dynamikkennlinie
siehe auch Normen DIN EN 60118-0 Begriffe 4.22Das Verhalten des Ausgangspegels als Funktion des Eingangspegels wird im Le/La Diagramm dargestellt
Diese Dynamikkennlinie ist durch vier typische Bereiche gekennzeichnet:
A Bereich des Eigenrauschens des Hörgerätes
Der Ausgangspegel (Laer) des Eigenrauschens ist von der eingestellten
Verstärkung des Gerätes abhängig. Das Eigenrauschen wird als
äquivalenter Eingangspegel des Eigenrauschens (Leer) dargestellt.
Bedingungen :
B Linearer Bereich des Hörgerätes
Der lineare Bereich des Hörgerätes ist dadurch gekennzeichnet, dass Änderungen
des Eingangspegels eine identische Änderung des Ausgangspegels zur Folge
haben.
Bedingungen :
Der Kompressionsbereich ist dadurch gekennzeichnet, dass Änderungen des
des Eingangspegels eine verringerte Änderung des Ausgangspegels zur
Folge haben.
Bedingungen :
die Verstärkung sinktDer Bereich der Sättigung (größter erreichbarer maximaler Ausgangspegel)
ist im idealen Fall dadurch gekennzeichnet, dass der Sättigungspegel konstant
ist. Der Säüttigungsschalldruck wird häufig auch als Lamax bezeichnet.
Bedingungen :
Diese idealen Bedingungen werden selten erreicht. Auch sind die Verhältnisse im Sättigungsbereich messtechnisch nicht bestimmbar, da die Verstärkung des Hörgerätes bei hohen Eingangspegeln klein wird. Damit gibt es Probleme mit der mangelnden Kupplerdämpfung, der gemessene Verlauf des Sättigungsbereiches wird damit unsicher.Häufig ist ein kausaler Zusammenhang zwischen Eingangs- und Ausgangsschalldruck nicht mehr erkennbar.
Bereich C + D wird auch als nichtlinearer Bereich bezeichnet
Im Bereich C+D gelten die Bedingungen des linearen Bereiches nicht mehr, daher die Bezeichnung "nichtlinearer Bereich".