AGC : MC-AGCo
Mehrkanal AGCo (multi channel Ao)
Wie der Name es sagt, wird hier die AGCo in den einzelnen Kanälen eines Mehrkanalgerätes aktiv.
![]()
Der Regelschwellenpegel wird entweder für alle Kanäle gemeinsam, wie hier abgebildet, oder für die einzelnen Kanäle individuell eingestellt. Die Reduktion der Verstärkung erfolgt nun nur in den Kanälen, in denen ein ausreichend großes Störsignal auftritt.
![]()
Dies ist das Funktionsschaltbild eines solchen 8 kanaligen MC-AGCo-Hörgerätes. Wichtig ist hierbei, dass die AGCo grundsätzlich hinter dem Poti und den Einstellelementen für die Kanalverstärkungen liegen muss. Erst hinter den AGCo-Elementen erfolgt die Summenbildung der Kanalsignale.
![]()
![]()
Diese Abbildungen zeigen einmal praxisnah wie die MC-AGCo gemäß dem obigen Beispiel wirkt. Die beiden oberen Diagramme zeigen den Ausgangspegel (rotes Spektrum) ohne den Einsatz der MC-AGCo (MPO ausgeschaltet, 0dB) und darunter das Eingangssignal (blaues Spektrum. Das tieffrequente blaue Signal (bei 200Hz) wäre das von z.B. einem Laster produzierte Störgeräusch mit einem Pegel von 86dB. Das rechte blaue Signal bei ca. 3kHz wäre z.B. der 3.Formant eines Sprachspektrums mit einem Pegel von ca.50dB. Wie man sieht, ergibt sich ein Gesamtspektrum (rot 1. Diagramm), das im Wesentlichen aus Verzerrungsprodukten besteht.Es sind deutlich die Klirrfaktor- und Intermodulationsanteile erkennbar. Der 3.Formant wird auf einen Pegel von 105dB verstärkt aber neben diesem Formanten entstehen Intermodulationsprodukte durch den Störlärm, die fast genauso groß sind. Damit würde dieser Formant durch Maskierung wohl kaum erkannt werden.
Die unteren beiden Diagramme zeigen die Verhältnisse mit eingeschalteter MC-AGCo (MPO -21dB). Das Eingangsspektrum ist natürlich nicht verändert (unterstes blaues Spektrum), das darüber liegende rote Spektrum zeigt aber deutliche Veränderungen. Zunächst fällt auf, dass die Verzerrungsprodukte sich wieder erheblich verringert haben. Dies ist typisch für eine AGCo (der Grund wird bei der Mini-AGCo erläutert). Entscheidend für die MC-AGCo ist aber, dass sich bei der MC-AGCo nur die Verstärkung im Bereich des Störpegels verringert hat, der Ausgangspegel des 3.Formanten bleibt mit 102dB konstant.Er muss ja auch konstant bleiben, da sich in diesem Kanal die Verstärkung nicht verringert hat.
Unterschiede zwischen BB-AGCo und MC-AGCo
Der Unterschied zwischen der Breitband-AGCo und der Mehrkanal-AGCo ist es, dass bei der BB-AGCo alle Kanäle gleichzeitig und im gleichen Maße geregelt werden, während bei der MC-AGCo jeder Kanal einzeln geregelt wird.
In diesen Diagramm sind beide AGCo Arten in den beiden oberen Diagrammen gegenübergestellt. Das unterste Diagramm zeigt wieder das (blaue) Eingangsspektrum. Deutlich ist hier, dass die Verzerrungsprodukte bei der BB-AGCo niedriger sind. Bei der MC-AGCo ist dagegen der Summenpegel höher, die für das Sprachverstehen wichtigen Frequenzbereiche bleiben mit vollem Pegel erhalten.
![]()
Dieses Beispiel zeigt zwei Wiedergabekurven, einmal entstanden durch eine BB-AGCo und dann durch eine MC-AGCo. Links sind die Summenpegel aufgetragen. Es ist deutlich, dass bei breitbandigen Eingangs-Signalen der Summenpegel der MC-AGCo höher ist. Daher ist bei der Anpassung einer MC-AGCo immer der Toleranztest besonders sorgfältig vorzunehmen.