GC : Gain Control
  


 

Aufgabe
Wirkungsweise
Begriffe

Hinweis : Die GC darf nicht mit der VC (Volume Control) verwechselt werden. Die VC ist das gute alte Poti (Lautstärkensteller) mit dem die Verstärkung durch den Hörgeschädigten eingestellt wird.

Siehe auch unter Fachtechnologie Verstärkungsänderungen

 

 

Aufgabe der GC

Mit der GC wird die maximale Verstärkung unabhängig vom Lautstärkensteller (Poti, VC) des Hörgerätes eingestellt. Sie wird bei progredienten Hörschädigungen eingesetzt. Bei der Anpassung des Gerätes wird eine verringerte maximale Verstärkung gewählt. Mit zunehmendem Hörschaden kann dann die Verstärkung erhöht werden. Der Vorteil liegt darin, dass das Hörgerät niemals zu laut werden kann und der Drehwinkel des Potis immer optimal ist.

Die GC kann auch bei Hörschäden verwendet werden, bei denen ein niedriger Hörschaden vorliegt und keine Unbehaglichkeitsschwelle feststellbar ist (Audiometergrenze). Es können dann Hörgeräte mit höherem maximalen Ausgangspegel verwendet werden. Diese Geräte haben in der Regel auch eine höhere Verstärkung, die bei diesen leichten Schädigungen nur störend wirkt. Mit der GC läßt sich in diesen Fällen die Verstärkung auf den maximal notwendigen Bereich zurückführen.

Bei den meisten am Markt befindlichen digitalen und digital gesteuerten Geräten ist immer eine programmierbare GC vorhanden. Die mögliche maximale Verstärkung wird relativ hoch gewählt und kann durch die GC auf den notwendigen Wert programmiert werden. Der Vorteil liegt darin, dass diese Geräte vielseitig eingesetzt werden können und immer ausreichende Verstärkungsreserven vorhanden sind. Eine Benachteiligung anderer akustischer Parameter (z.B. Eigenrauschen und nichtlineare Verzerrungen) ergeben sich nicht.

 

Wirkungsweise

Entscheidend für die GC ist es, dass die Verstärkung über den gesamten Frequenzgang gleichmäßig reduziert wird.

 

Die GC muss zwei Kriterien erfüllen:

Die Verstärkungsverringerung bleibt über
           den gesamten Frequenzgang konstant.
Der Sättigungsschalldruck wird nicht verändert.

Bei mehrkanaligen Geräten kann es hier zu Begriffsverwirrungen kommen. Bei diesen, in der Regel programmierbaren Geräten, kann die Kanalverstärkung mit der GC verwechselt werden. Eine klare Begriffstrennung ist hier unbedingt notwendig, da in der Praxis durch nicht eindeutig definierte Begriffe Probleme in der Programmierung auftreten.

Begriffe

GC
HC
LC
GL
GH

Diese Begriffe seien an einem zweikanaligen programmierbaren Gerät verdeutlicht.

 

Dieses Gerät ist ein zweikanaliges Gerät. Das Signal wird durch einen HLC begrenzt und einer Frequenzweiche zugeführt. Es wird in einen Hochtonkanal (High Channel : HC) und einen Tieftonkanal (Low Channel : LC) aufgeteilt. Der Hochtonkanal hat eine vom Tieftonkanal unabhängig einstellbare Verstärkung (Low Gain : GL). Der Tieftonkanal hat nun wieder eine vom Hochtonkanal unabhängig einstellbare Verstärkung (High Gain : GH). Die Signale beider Kanäle werden summiert und in der Gain Control (GC) in gleichem Maße in der Verstärkung variiert.

 

Dieses Diagramm verdeutlicht die Begriffe für den Tieftonkanal (Low Channel : LC). Die Verstärkung (GL : Gain Low) des Tieftonkanals kann unabhängig vom Hochtonkanal variiert werden.

 

Dieses Diagramm verdeutlicht die Begriffe für den Hochtonkanal (High Channel : HC). Die Verstärkung (GH : Gain High) des Hochtonkanals kann unabhängig vom Tieftonkanal variiert werden.

Die GC dieses Gerätes hat nun die folgende Wirkung :

 

Es werden durch die GC die durch GL und DH beeinflussten Kurven insgesamt parallel verschoben. Die Wirkung der GC wirkt sich auf den gesamten Frequenzgang aus. Der Sättigungsschalldruck wird nicht verändert.

Hinweis : In der Praxis wirkt es oft so, als ob der Sättigungsschalldruck ebenfalls durch GC, GL und GH verändert würde. Der Grund liegt dann meist darin, dass der Sättigungsschalldruck mit der OSPL90 verwechselt wird. Die OSPL90 Kurve ist nicht unbedingt der Sättigungsschalldruck, sondern lediglich die Wiedergabekurve bei einem Eingangsschalldruck von 90dB. Bei diesem Schalldruck kann das Gerät sich jedoch insgesamt oder Teilen der Wiedergabekurve im linearen oder Kompressionsbereich der dazugehörenden Dynamikkennlinie befinden.

 

Zusammenfassung

Die Gain Control (GC) ist eine Funktionsschaltung mit der die Verstärkung des Hörgerätes über den gesamten Frequenzgang variiert wird.

Die GC darf nicht mit der Volume Control (Lautstärkesteller, Poti) verwechselt werden. Die VC wird grundsätzlich von dem Hörgeräteträger bedient.

Die GC ist bei mehrkanaligen Geräten unabhängig von den Kanalverstärkungen einstellbar.