Maß
  



Das akustische Maß

Als erstes einmal die Rechtschreibung : nach der neuen Rechtschreibung müsste das "Maß" so geschrieben werden, "Mass". Das mag ja richtig sein, aber irgendwie ist das gewöhnungsbedürftig. Wenn ich im Meisterkurs "Mass" schreibe, dann wird gekichert oder es kommt die erstaunte Frage, was das denn sein soll. Eine Kursteilnehmerin fragte mich mal, ob das der kleine Bruder der Masse (SI > kg) sei. Dann kommt die Grundsatzdiskussion über die neue Rechtschreibung : Mahs, Mahsz usw. Diese Diskussion beende ich dann mit dem Begriff "Messssüstem".

Der Begriff Maß kommt von Messen und Messen ist der Vergleich mit einem Normal (oder Standard). Beim Vergleich wird getestet wie häufig das Normal in das zu messende Objekt passt. Das Normal in der Akustik des Hörgeräteakustikers ist der Schalldruck von 20 uPa (mikroPascal). Herr Fletcher und Herr Munson legten in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts diesen Schalldruck als Hörschwelle "otoakustisch normaler" Probanden bei 1000 Hz fest. in den 50er Jahren wiesen dann Robinson und Dadson nach, dass dieser Wert um ca. 3dB daneben lag. Die Messungen etlicher der ISO angeschlossenen nationaler Institute bestätigten die Messungen von Robinson und Dadson im Wesentlichen. Heute werden diese Werte in der ISO 226 beschrieben. Die Messungen von Fletcher und Munson waren jedoch eine Meisterleistung der Audiologie und der Technik. Damals gab es keine Audiometer, nicht einmal Schallkalibratoren standen zur Verfügung. Also mussten die Schalldrücke über die Mikrofonabmessungen berechnet werden.

Wird am Ausgang eines Hörgerätes ein Schalldruck von 2Pa gemessen, so ergibt sich ein Ausgangspegel von :

Der Ausgangspegel ist 2Pa, das Normal 20uPa (Vergleichsmaßstab) also ist der Übertragungsfaktor 2Pa/20uPa = 100000. Durch diese Division ergibt sich ein Einheiten loser Wert von 100000. Dieser Wert kann nun logarithmiert werden da es sich um ein einheitenloses Verhältnis (Quotient) handelt und so ergibt sich ein Pegel von 100dB.

Dies bedeutet, dass der Ausgangspegel ein Übertragungsmaß ist. Werden diese Pegel über die Frequenz aufgetragen so erhält man ein frequenzabhängiges Übertragungsmaß.

 

Die korrekte Beizeichnung dieser Kurven wäre "frquenzabhängige Übertragungsmaße bei unterschiedlichen Eingangspegeln". In der Hörgeräteakustik hat sich aber eingebürgert diese Kurven als "Wiedergabekurven bei unterschiedlichen Eingangspegeln zu bezeichnen. Oder noch einfacher "Kurvenscharen". Gemäß der guten alten DIN 4560x Normen wurden die Kurvenscharen immer bei 50dB, 60dB, 70dB, 80dB und 90dB aufgezeichnet.

 

Siehe auch Definitionen der Schallwandler

Zusammenfassung

logarithmische Bezüge werden in der Akustik als "Maß" bezeichnet
lineare Bezüge werden in der Akustik als Faktoren bezeichnet

 

Hier noch ein schönes Bild zu diesem Thema :