Einfluss technologischer Innovationen auf die Hörgeräteentwicklung
Zunächst ein Überblick:
Mechanische Hörgeräte: "Hörrohre"
Älteste Funde dieser Geräte liegen weit zurück, schon vor Beginn unserer Zeitrechnung waren diese Hörhilfen bekannt. Gebaut wurden sie bis ca 1920. Noch heute gibt es einige Spezialwerkstätten, die diese Geräte fertigen. Doch mit der Erfindung des Telefons war ihre Zeit vorbei.
mit der Erfindung des Telefons standen Bauelemente zur Verfügung, aktive Hörgeräte zu bauen. Kurz vor der Jahrhundertwende 1900 kamen die ersten mit diesen Bauteilen gefertigten Hörgeräte auf den Markt. Da hier Bauteile der Telefone verwendet wurden heißen diese Geräte heute "Telefoniegeräte"
Die Elektronenröhre wurde gegen 1920 erfunden und industriell gefertigt. Mit diesen Röhren konnten nun leistungsfähige Hörgeräte gebaut werden. Auch war es in begrenztem Maße möglich, den Frequenzgang und Ausgangsschalldruck der Hörschädigung anzupassen.
Die Erfindung des Transistors ermöglichte es kleine, leistungsfähige und preiswerte Hörgeräte zu fertigen.
analoge integrierte Schaltkreise
Das IC war erfunden und es standen Fertigungstechniken zur Verfügung integrierte Schaltungskreise auch für die relativ kleinen Stückzahlen von Hörgeräten zu produzieren. Die Hörgeräte wurden leistungsfähiger und es begann die Entwicklung komplexer Signalverarbeitungsstrategien. Die Qualität der Geräte steigerte sich und sie wurden preiswerter.
Versuche mit digitalen Techniken
Da in den frühen 80er Jahren die ersten DSP zur Verfügung standen, wurden die ersten Versuche gemacht diese Prozessoren auch in Hörgeräten zu verwenden. Stromverbrauch, Kosten und Größe dieser DSP ließen eine Anwendung in Hörgeräten nicht zu. Das Gerät Phoenix scheiterte schon bei der Markteinführung.
Durch die Steigerung der Bauteildichte auf den IC war es möglich Controller von beachtlicher Leistungsfähigkeit zu integrieren. Da diese Geräte programmiert wurden konnte auf mechanische Steller verzichtet werden. Die Anzahl der Parameter und deren Variationen stieg enorm.
Dank der Entwicklung kleiner und leistungsfähiger digitaler Signalprozessoren konnte die digitale Signalverarbeitung in Hörgeräten realisiert werden. Nunmehr ist die Leistungsfähigkeit der Hörgeräte nur noch begrenzt von Technologien abhängig, die Grenzen sind durch die Leistungsfähigkeit der Audiologen und Hörgeräteentwickler gesetzt.