Konstruktionsprinzipien und -größen in der Hörgerätefertigung
               


 

Ausfallraten eines Hörgerätes

Der typische Verlauf der Ausfallraten über die Zeit industriell gefertigter Produkte ist immer folgender :

 

Anfangsphase (blauer Bereich) auch burn in phase genannt

Die höchsten Ausfälle erfolgen zu Beginn der Lebensdauer eines industriell gefertigten Produktes. Dies ist zunächst irritierend, ist aber logisch. Die Bauteile eines Produktes werden niemals einzelnd auf ihre Qualität überprüft, sondern nur statistisch. Eine Einzelprüfung ist nicht nur teuer, sondern bestimmte, die Lebensdauer beeinflussende Eigenschaften, können nur durch Zerstörung des Produktes erfasst werden. Aus diesem Grunde werden aus einer definierten Fertigungsmenge (Losgröße) eine definierte Menge an Bauteilen entnommen und nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Aus diesen Teilmengen können die Eigenschaften aller Bauteile beschrieben werden. Beim Einkauf der Bauteile durch den Hersteller des Produktes wird also eine bestimmte Menge fehlerhafter Bauteile akzeptiert. Diese Eigenschaften sind durch den AQL (Acceptable Quality Level) beschrieben. Diese teilweise fehlerhaften Bauteile führen dann zum frühen Ausfall einiger Geräte.

Damit der Kunde nun keine Nachteile durch den AQL hat, wird dieser Bereich durch die Garantie entschädigt.

 

Gebrauchsphase (grüner Bereich)

Dieser Bereich ist die eigentliche Gebrauchsphase. Hier treten nur geringe Ausfälle auf, die durch den MTBF (Meantime Between Failure) beschrieben sind.

 

Endphase (roter Bereich)

In dieser Phase gibt es keine statistischen Gesetzmäßigkeiten der Ausfallrate mehr. Die Ausfallrate steigt hier exponentiell. Die Durchführung von Reparaturen an Hörgeräten ist in dieser Phase mit nicht kalkulierbaren Risiken belegt.