DIN EN 60 118 - 0 : 4. Begriffe
               



4.15 Ausgangsschalldruckpegel für einen
       Eingangsschalldruckpegel von 90dB
       (OSPL90) bei einer angegebenen Frequenz
       (oder bei angegebenen Frequenzen)

OSPL90 >> Output Sound Pressure Level at 90dB input level

Die Bedingungen für diese Werte und die Kurve lauten:

Der im Ohrsimulator mit einem Eingangsschalldruckpegel von 90dB bei der angegebenen Frequenz (oder angegebenen Frequenzen) erzeugte Schalldruckpegel, wobei sich das Verstärkungs- Einstellelement in der Endstellung befindet und die anderen Einstellelemente so eingestellt sind, dass die Verstärkung am größten ist. Die Abkürzung für diesen Begriff ist OSPL90 (oder OSPL90 - Wiedergabekurve)

Die Ausführungen in den Absätzen 4.13 und 4.14 (Sättigungsschalldruckpegel) haben gezeigt, dass die Ermittlung des Sättigungspegels nicht nur aufwendig ist, sondern auch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Die absoluten Grenzwerte des Hörgerätes sind für die Anpassung ohnehin nicht von Bedeutung, da die notwendigen maximalen Ausgangspegelwerte durch Begrenzungssysteme sicher eingestellt werden können. Aufgrund der Forderung des HMV PG13 (Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 13) muss jedes Hörgerät ohnehin ein den Sättigungspegel begrenzendes System haben. Für die Bewertung der Leistungsfähigkeit des Hörgerätes ist es daher ausreichend, wenn der Ausgangspegel des Hörgerätes bei einem Eingangspegel von 90dB, eben der OSPL90 , angegeben wird, zumal dies eine eindeutige Messvorschrift ist. Bei den meisten Hörgeräten sind die Werte des OSPL90 ohnehin mit dem Sättigungspegel identisch oder differieren nur minimal. Abweichungen zwischen dem Sättigungspegel und dem OSPL90, die größer als die zulässigen Fertigungstoleranzen gemäß der Bauartprüfung sind, kommen in der Praxis ohnehin nur bei Geräten mit extrem niedrigen Verstärkungen vor. Aus diesem Grunde ist es vollkommen ausreichend, wenn die Ausgangsleistung eines Hörgerätes nach dem OSPL90 beurteilt wird. Da diese Werte ohnehin messtechnisch sicher bestimmbar sind, eignen sie sich auch besser für Vergleiche.

 

Der OSPL90 Wert bei der Bezugsprüffrequenz ist der wichtigste Messwert aller Hörgerätemessungen, da er die Grundlage für die Bezugsprüfeinstellung ist. Er ist daher mit höchsterSorgfalt zu messen.

Diese Messung des OSPL90 ist auch die sicherste und genaueste Messung an Hörgeräten.

 

Dieses Diagramm veranschaulicht die Bedingungen zur Messung. Der Eingangsschalldruck wird mit einer bestimmten Toleranz eingestellt (rotes Feld). Der Ausgangsschalldruck wird ebenfalls mit einer bestimmten Toleranz gemessen (blaus Feld). Die Summe beider Toleranzen ergibt dann die Toleranz der gesamten Messung (grünes Feld). Somit ist bei Verstärkungsmessungen immer mit einer Toleranz zu rechnen, die sich aus der Toleranz des Eingangspegels und der Messung des Ausgangspegels ergibt.

 

Bei der Messung des OSPL90 wird in der Regel im Sättigungsbereich gemessen. Selbst wenn hier, wie in dem dargestellten Beispiel der Sättigungspegel nicht konstant verläuft, ist die Änderung des Sättigungspegels als Funktion des Eingangspegels gering. Bei den meisten Geräten ist der Sättigungspegel hingegen konstant. Somit hat der Eingangspegel keinen Einfluss auf den Sättigungspegel. Demzufolge haben die Abweichungen des Eingangspegels nur einen geringen oder keinen Einfluss auf die Messung des Ausgangspegels. Damit kommt nur der Fehler der Messung des Ausgangspegels zum Tragen. Weiterhin ist der Abstand zu Störgeräuschen sehr hoch, so dass sie ebenfalls nur einen geringen, in der Regel keinen, Einfluss auf diese Messung haben.

Da nur die Toleranz der Messung des Ausgangspegels wirksam ist, ist die Messung des OSPL90 immer die sicherste und genaueste Messung an Hörgeräten.

 

Zusammenfassung

Der OSPL90 ist der Ausgangspegel bei einem
           Le von 90 dB.
Die Messung ist einfach durchzuführen und
           relativ sicher.
Der OSPL90 bei der Bezugsprüffrequenz ist der
           wichtigste Messpunkt aller Hrgerätemessungen,
           da er die Grundlage der Bezugsprüfeinstellung ist.