EN 60 118 - 0 : 8. Graphische Darstellung von Frequenzkurven
               


 

Die grafische Darstellung von Frequenzkurven soll immer in einer einheitlichen Form erfolgen, um einen visuellen Vergleich und eine sichere visuelle Begutachtung zu ermöglichen. Daher fordert die Norm DIN EN 60118-0 :

"Alle Kurven, die eine frequenzabhängige Änderung eines Parameters aufweisen, müssen in einem Koordinatennetz mit linearer Skale der Ordinaten (in dB) und in logarithmischer Skale der Abszisse (für die Frequenz) aufgezeichnet werden, wobei die Länge einer Dekaden auf der Abszisse gleich der Länge von 50dB auf der Ordinate ist, in Übereinstimmung mit IEC 263 : Scales and sizes for plotting frequency characteristics and polar diagrams."

Die entscheidende Forderung ist es also, dass die Achsverhältnisse normiert skaliert sind. Diese Forderung ist auch sinnvoll, wie die beiden folgenden Beispiele es belegen :

Diese beiden Diagramme zeigen den OSPL90 (in der FOG) und die RTG in unterschiedlichen Größen. Obwohl beide Diagramme eine unterschiedliche Größe haben, ist es eindeutig erkennbar, dass die Kurven identisch sind, da die Achsenskalierungen die gleichen Verhältnisse haben.

Sind die Achsenverhältnisse jedoch ungleich, wie in diesen beiden Diagrammen, wird es schwierig, die Kurvencharakteristika zu beurteilen. Die obige Abbildung deutet auf ein breitbandiges Gerät, die untere auf ein schmalbandiges. Ein objektiver Vergleich ist nur möglich, wenn man die Ausgangswerte der Wiedergabekurven mühsam bei den einzelnen Frequenzen vergleicht.

Daher verlangt die Norm einheitliche Achsenverhältnisse :

Die Höhe eines Pegelbereiches von 50dB auf der Ordinaten, dem Ausgangspegel in dB, soll der Länge des Frequenzbereiches einer Dekaden auf der Abszisse entsprechen.

Die Teilung der Ordinaten soll immer linear erfolgen :

Die Abstände von DLA müssen dabei immer gleich sein, in diesem Fall 10dB. Natürlich kann DLA auch andere Werte einnehmen, hierfür sind Vorschriften nicht nötig.

Die Teilung der Abszisse soll immer logarithmisch erfolgen :

 

Die Teilung der Abszisse erfolgt nach der Gleichung :

Dabei ist x die Länge der Skale von fu bis zur Frequenz fx , hier beispielhaft 300Hz, die Frequenz fu die untere Frequenz der Skale, hier 100Hz und Dx die Länge einer Dekade, also hier die Länge der Strecke des Frequenzbereichs von 100Hz bis 1000Hz.

In der Hörgeräteakustik empfiehlt es sich, den Frequenzbereich der Wiedergabendiagramme immer von 100Hz bis 10000Hz zu wählen, da der zu messende Frequenzbereich gemäß der DIN EN 60 118-0 immer 200Hz bis 8000Hz entsprechend den Kapiteln 7.2 bis 7.10 gemessen werden soll. Einheitliche Diagramme haben zudem den Vorteil, dass eine Beurteilung der Kurven damit immer sicherer und einfacher ist.

Ein Diagramm sollte grundsätzlich folgende Anforderungen erfüllen :

 

 

Zunächst soll die Achsenbezeichnung korrekt und eindeutig sein. Auf der Ordinate genügt nicht nur die Bezeichnung "dB" sondern es muss auch die gemessene Größe angegeben werden, hier der Ausgangspegel LA. Die Bezugsprüffrequenzen von 1600Hz und 2500Hz sollen auf jeden Fall eingetragen sein. Der Frequenzbereich soll immer von 100Hz bis 10000Hz eingehalten werden und der Dynamikumfang soll ausreichend groß sein um die Kurven im gesamten gemessenen Dynamikbereich darzustellen.