DIN EN 60 118-7:2005
         Einleitung      


 

 

Historie der DIN EN 60118-7:2005

Die Normung der Messungen an Hörgeräten begann in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ausgangspunkt war die Versorgung von amerikanischen Veteranen des Pazifikkrieges mit Hörgeräten. Hörgeräte mussten für die Beschaffung klassifiziert werden. Das erste Problem war damit die Messung der akustischen Kenndaten der Hörgeräte. Also musste ein Kuppler zur Messung her. Der damals übliche Bell-Kuppler war dafür nicht geeignet, er war zu kompliziert und seine Langzeitstabilität zu gering. Zwieslockie bastelte zwar an einem optimalen Kuppler zur Messung und Anpassung von Hörgeräten, hatte damit aber erhebliche Probleme. Also beauftragte er sein Helferlein Romanow einen provisorischen Kuppler zu entwickeln. Heraus kam der 2ccm Kuppler. Der hatte zwar nur bedingt ähnliche Eigenschaften zum Ohr aber er war einfach billig, reproduktionsgenau und eine traumhafte Langzeitstabilität.

 

HAIC

Die Hearing Aid Industrial Commission war schon in den 40er Jahren von der in den USA aufstrebenden Herstellern von Hörgeräten gegründet worden. Die HAIC wählte nun diesen Romanov 2ccm Kuppler aus um damit die Hörgeräte zu klassifizieren. Es wurden dann von der HAIC die ersten Regeln zum Messen von Hörgeräten entwickelt. Diese HAIC Regeln wurden dann zur Vorlage der frühen Normungsarbeiten genommen.

 

Normenreihe DIN 45600 bis DIN 45605

Grundlage dieser Normen waren die HAIC Vorschriften, die ersten Fassungen stammten aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Problem dieser Normen war es aber immer, dass man versuchte, eine universelle Norm für die Messung der akustischen Kenndaten von Hörgeräte und die Anpassung von Hörgeräten zu erstellen. Daher wurde diese Normenreihe ständig geändert, auch wurde der 2ccm Kuppler durch den Ohrsimulator ersetzt. Da der Ohrsimulator aber teuer und empfindlich war brachte er in der Produktion nur Probleme. Also wurde er wieder durch den 2ccm Kuppler ausgetauscht.

 

Die Normenreihe IEC 118

In den 70er Jahren wurde dann die Norm IEC 118 erarbeitet. Es sollte die ultimative Norm für alle Bereiche der Audiologie und Hörgeräteakustik werden und den Wirr-Warr der Normen für Hörgeräte beenden. Die Überarbeitung der Norm begann mit der Einführung der Norm. Es wurde daraus die Normenreihe IEC 118-x. Die IEC 118-0:1994 war dann die Grundnorm, sie besteht noch heute. Doch sie verwendet den Ohrsimulator nach der IEC 711 und war damit für die Fertigung von Hörgeräten nicht verwendbar. Also wurde die IEC 118-7 geschaffen, deren Grundlage der 2ccm, Kuppler gemäß der IEC 126 war. Die Messbedingungen wurden dann im 2Jahrestakt geändert. Das Problem war die ANSI. Hier gab es einen Standard ANSI S 3.22 der sich ständig änderte, weil die audiologischen Anforderungen der sich entwickelnden präskriptiven Anpassmethoden gesteigert wurden. Man glaubte immer noch, dass mit einer Norm Anpassung und technische Messungen erledigt werden könnten. Mit Beginn des Jahrtausendwechsel kam man dan zu der Einsicht, dass die Anforderungen der Qualitätskontrolle und der Hörgeräteanpassung nicht vereinbar waren. Daraus resultierte dann die DIN EN 60118-7:2005. Diese Norm beschränkte sich auf die Anforderungen der Qualitätskontrolle und es wurde eine Norm geschaffen, die mit der ANSI S 3.22:(2003) kompatibel war. Auch wurde beschlossen, eine Norm für die Anpassung von Hörgeräten zu erarbeiten. Das ist die DIN EN 60118-15 (Perzentilanalyse).

Die DIN EN 60118-7:2005 war damit die erste Hörgeräte-Messnorm die weltweit für die Hörgerätemessungen verbindlich war. Sie ist einfach, erreicht hohe Mess- und Reproduktionsgenauigkeiten und untersliegt dem GUM-System (Guide to the expression of uncertainty in measurement). Dies ist ein in allen ISO Staaten anerkanntes rechtsrelevantes Messprinzip.

 

Normengruppe

Diese Norm wurde von der IEC TC29/WG13 erarbeitet. Das nationale Gremium GUK 821.6 hat sich an dieser Arbeit aktiv beteiligt.